Autor Thema: Tagebuch der Ciay  (Gelesen 4037 mal)

Shanyla

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Tagebuch der Ciay
« am: 09. Mai 2003, 16:39:28 »
Ich grüsse Euch, ihr Streiter Hibernias.

Ich möchte Euch hier und heute eine Geschichte erzählen, die mir Ciay, Meisterliedflechterin , widerfahren ist. Ich habe alles so gut wie ich nur konnte damals bis heute in einem alten Einband verfasst und ich möchte Euch daran teilhaben lassen.
Nennen wir die Geschichte einfach: "Das Tagebuch der Ciay"
(bis zum nächsten Eintrag kann immer eine kleine Weile vergehen, da ich meine Erlebnisse einzelnd verfasse und das noch heute ;) )


Lieber Gruß Ciay (Shanyla ;) )
[ALIGN=center]Ciay LonelySilence     - Meister-Liedflechterin
Shanyla Mondenkind  - Schattenmeisterin
Lisame HappyNut - Druidin der 38. Stufe
Shaylin Celembrethil - Enchantress der 42. Stufe
Naleen Elvellyn - Schwertmeisterin der 41. Stufe [/ALIGN]




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Shanyla

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Tagebuch der Ciay
« Antwort #1 am: 09. Mai 2003, 16:40:09 »
Tagebuch der jungen Ciay

1. Eintrag:
Es ist ein angenehm milder und ruhiger Abend. Mein Vater und mein älterer Bruder sind auf der Jagd nach frischem Fleisch, und nur das gezwitscher der Vögel draußen ist zu vernehmen. Jetzt, nachdem ich Ordnung in unsere kleine Hütte gebracht habe, finde ich wieder Zeit ein wenig zu schreiben und glaube mir liebes Tagebuch: "ich bin froh hier bei Dir zu sein, denn lange musste ich mich nach Dir sehnen" Doch das alles ein anderes mal.
Ich wurde etwa vor 16 Sommern in unserer Hütte geboren und mein Vater erzählte mir, es sei der 1. warme Frühlingstag gewesen, als ich das Licht Connla´s
erblickte, und hunderte von Vögel schwirrten durch die Luft um uns den Frühlingsanfang zu bekunden. Alles draußen erwachte zu neuem Leben und wo man auch hinschaute es begann zu blühen und zu grünen. Mein Vater ist wirklich der beste Erzähler, den ich kenne.
Für heute muss ich erst einmal aufhören, denn mein Vater und mein Bruder kehren gerade mit erlegtem Vieh zurück.

2. Eintrag:
Jetzt bin ich wieder einmal allein, denn mein Vater ist mit meinem Bruder (Alaniel) auf dem Feld zur Rübenernte. Zum Glück bleibt mir dieses erspart, denn nach einem tragischen Unfall vor 11 Sommern, habe ich nie meine volle Beinkraft widererlangt.
Ich weiss es noch wie heute und noch oft schleicht sich dieser dramatische Unfall in meine Träume ein und lässt mich nicht vergessen.
Ich saß mit meiner Mutter auf der grünen Wiese, nur ein paar Pferdeminuten von unserer Hütte entfernt. Wir flochten Kränze aus bunten Blumen, tranken ab und zu
ein paar Schluck aus unserem Wasserschlauch und aßen unser selbstgebackenes Brot und meine Mutter forderte mich zum Tanz über die bunte Wiese auf.
Wir flogen nahezu bei diesem Ringelrein, denn unsere Füße berührten kaum den Boden. Hach, wie schön dieser Moment doch war. Meine Mutter strahlte vor Glück
und ich hätte die ganze Welt umarmen können, bis zu dem dem Moment wo es geschah. Erst nur leise zu vernehmen, dann aber immer lauter ein knacken aus dem Gehölz des umliegenden Waldes. Meine Mutter blieb wie angewurzelt stehen und blickte sich ängstlich nach allen Seiten um. Noch bevor ich begriff was geschah, griffen die Arme meiner Mutter nach mir und sie begann mit mir auf dem Arm zu rennen. Ich weiss noch wie ich damals dachte, daß sie so schnell liefe als könne kein gerade hinter Ihr abgeschossener Pfeil sie jemals einholen. Doch als Kind kommt es einem wohl immer alles schneller vor, als es in Wirklichkeit ist.
Ich vernahm wildes getrampel hinter uns und klänge die sich wie das grunzen einer Eberscharr anhörte. Dann weiss ich nur noch, das ich den Boden auf mich zukommen sah und wusste das meine Mutter ins straucheln geraten sein musste. Dann wurde alles um mich herum schwarz. Als ich wieder erwachte lag ich allein auf kaltem schwarzen Boden und es dämmerte bereits. Ich blickte mich um und Angst machte sich in mir breit, denn ich konnte meine Mutter nirgendwo erblicken.
Ich traute mich nicht nach ihr zu rufen, denn ich hatte Angst das diese Jäger noch in der Nähe waren. Ich stand auf und spürte einen stechenden Schmerz in meinem rechten Bein. Es war wirklich schwer, nicht vor Schmerz aufzuschreien aber es gelang mir dennoch. Als ich etwa 200 Schritte in Richtung Norden gegangen war,
erblickte ich die Wiese wieder und wusste nun in welche Richtung ich mich auf den Heimweg machen musste. Ich nahm wie selbstverständlich den noch rumliegenden Wasserschlauch, denn wir hatten nur 2 davon und ich dachte mein Vater wäre sehr böse, wenn ich ihn nicht wieder mit heim brachte. So leise wie möglich, machte ich mich humpelnd auf den Weg nach Hause und dachte unentwegt an meine arme Mutter. Wenn mein schmerzendes Bein nicht gewesen wäre, hätte ich mir zumindest einreden können, daß alles nur ein Traum gewesen sei.
Mit der Hoffnung das meine Mutter mich nur auf der Flucht verloren hat, lief ich schnurstracks zu unserer Hütte. Unterwegs war nur das zirpen einiger Grillen zu vernehmen. Als ich in die Nähe unserer Hütte kam, sah ich meinen Vater vor der Hütte stehen. Ich hatte grosse Angst das er mich schelten würde, warum weiß ich
heute eigentlich nicht mehr, denn mein Vater ist der gutmütigste Mann auf Erden. Als er mich allein herannahen sah, kam er mir ein Stück entgegen und blickte in die Ferne hinter mir und in seinen Augen sah ich, daß er mich gleich fragen würde, wo Mutter sei. Seine Augen blickten nervös umher und ich stürzte mich in seine Arme und begann zu weinen. Mein Vater nahm mich auf den Arm, trug mich in die Hütte und legte mich auf mein aus Stroh gemachtes Bett, ging schweigend hinaus und kam nach kurzer Zeit mit einer dampfenden Flüssigkeit zurück. Er sagte das ich trinken solle, es sei ein Getränk was mich stärken würde und verließ daraufhin wieder das Zimmer, um mit einer Schüssel heißem Wasser und ein paar Tüchern nach kurzer Zeit wieder zurückzukehren. Er legte die Tücher in das Wasser und fing daraufhin an mein schlimmes Bein sanft abzuwaschen. Ich sah in sein Gesicht und sah das seine Augen mit Tränen gefüllt waren. Endlich fand er die Kraft mit zitternden Lippen zu fragen was passiert sei und ich berichtete ihm von dem ganzen Geschehniss des Tages. Als ich am Ende war, stand er langsam auf, streichelte meine Stirn und verließ schweigend das Zimmer. Meine Mutter kehrte nie wieder zurück.


Fortsetzung folgt.....
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Tagebuch der Ciay
« Antwort #2 am: 09. Mai 2003, 16:40:36 »
3. Eintrag:
Endlich finde ich wieder Zeit zu schreiben, denn ich hatte eine Menge Arbeit zu Hause zu vollrichten. Ich musste die Rüben einlagern, damit sie nicht anfangen zu schimmeln und ich musste Kürbis einmachen. Seit meinem letzten Eintrag ist ungefähr ein Mond vergangen aber heute werde ich viel Zeit haben um Dir, mein geliebtes Tagebuch weiter zu berichten, denn mein Vater ist in die grosse Hauptstadt Tir na Nogh ausgefahren um ein paar Besorgungen zu machen. Mein Bruder ist an den Fluß zum fischen gegangen. Hör dir an was ich zu berichten habe:

Ich zählte jetzt Mittlerweile etwa den 7.Sommer und meine Mutter war mittlerweile über 12 Monde nicht heimgekehrt als ich eines morgens von einem Geräusch wach wurde, das mir grosse Angst einjagte. Ich setzte mich langsam auf, schlug die Bettdecke beiseite, schlupfte in meine Pantoffeln und humpelte ins Hauptzimmer. Da lag mein Vater ungewöhnlicher weise in seinem Bett, obwohl er schon lange hätte zur Feldarbeit hätte draußen sein müssen, denn die Sonne strahlte schon hoch am Himmel. Noch schlaftrunken kniff ich die Augen zusammen, als mich die Sonne blendete. Ich ging langsam an das Bett meines Vaters und streichelte ihm sanft den Arm und flüsterte ihm zu das es Zeit sei aufzubrechen. Er reagierte aber nicht, sondern gab nur ein stöhnen von sich. Da sah ich das er schweißgebadet da lag und fühlte Ihm die Stirn. Sie war kochend heiß. Schnell holte ich Wasser und machte Ihm Beinwickel und holte meine Zudecke und wickelte ihn fest in 2 Decken ein. Panik kroch in mir hoch, denn mein Bruder war mit einem Freund unserer Familie ausgezogen,um im weiter entfernten Wald (etwa 2 Tagesmärsche) zu jagen. Ich war also ganz allein mit meinem kranken Vater. Schnell zog ich mich an und lief zur Alten Bauersfrau Sanrina die etwa 5 Pferdeminuten entfernt Ihre Hütte hatte. Mir fiel jeder einzelne Schritt schwer, denn mein Bein machte mir große Probleme, weite Entfernungen zurückzulegen.
Als ich bei Sanrina eingetroffen war, berichtete ich ihr was geschehen sei und bat sie, sich um meinen Vater zu kümmern, solange ich draußen sei um Kräuter zu sammeln die das Fieber senken würden. Sie bejahte sofort und gab mir ausserdem ihr altes Pferd Aille, damit mir der weite Weg, nicht so schwer fallen würde.
Ich schwang mich sofort auf Aille und ritt im Galopp los. Ich hatte etwa 30 Pferdeminuten vor mir, bevor ich zu der Stelle kam wo diese seltenen Kräuter wuchsen,
die meinem Vater helfen würden zu genesen. Mir kam es wie eine Ewigkeit vor bevor ich die Schlucht Cruachan erreichte. Endlich war ich angekommen. Ich sprang vom Pferd ab und band es an einem Baum fest, denn die letzten Schritte waren nur zu Fuß möglich. Ich stieg den steilen Hang hinauf, was mich sehr anstrengte und setzte mich erst mal zur kurzen Pause nieder. Ich blickte in den Himmel und dachte ganz fest an meinen armen Vater. Das gab mir wieder Kraft und ich wollte gerade aufstehen, als sich ein großer Schatten vor mir breitmachte. Ich blickte hoch und vor mir sah ich eine fürchterliche Gestalt. Aus den Erzählungen meines Vaters wusste ich, daß es sich hierbei nur um einen Troll handeln konnte. Ich törichtes Mädchen war also zu weit geritten und war mitten im Grenzgebiet gelandet.
Schon oft hatte ich gehört, wie mein Vater meinen Bruder davor warnte nicht in dieses Gebiet vorzudringen, denn hier gab es Menschen die nicht unserem Glauben folgten und uns verachteten.
Nun sah ich hinter dem Troll noch einige Gefährten die mich anstarrten und etwas in einer Sprache sagten die ich nicht verstand. Am liebsten hätte ich angefangen zu weinen, aber ich war seit dem verschwinden meiner Mutter geschult darin, meine Tränen zu verstecken. Denn niemals wieder sollte mein Vater an den schrecklichen Tag erinnert werden. So schwor ich es mir damals. Der Troll zog das Schwert aus seiner Scheide und machte eine kurze Handbewegung die mir deuten sollte das ich aufstehen soll. Ich lehnte mich auf meine Arme, tat so als ob ich ihm gehorchen wolle, griff aber dabei nach einem Brocken Erde, stand schnell auf, warf dem Troll die Erde mitten ins Gesicht und wollte mich zu Aille aufmachen und schnell davonreiten. Doch ich war nicht wendig genug mit meinem Bein und ein Gefährte des Trolls, ein kleiner blauer Kobold, packte mich und hielt mich fest. Ein paar Schläge trafen mein Gesicht, bevor ich bewußtlos zu Boden ging.


Fortsetzung folgt...
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Tagebuch der Ciay
« Antwort #3 am: 09. Mai 2003, 16:40:59 »
Als ich wieder erwachte, war es dunkle Nacht. Mich umgab eine eisige Kälte. Ich setzte mich auf und blickte mich um. Ich befand mich in einem Stoffzelt.
Weiter gab ich nichts in diesem Zelt. Mein Hals war trocken und ich hatte Hunger. Ich stand also auf und humpelte richtung Ausgang als sich mir wieder dieser Troll in den Weg stellte. Er schaute mich böse an und seine brockigen Worte klingen mir noch heute in den Ohren: "Gnir, selup kalum". Ich hatte keine Ahnung was er da zu mir sagte, aber ich wusste es kann nichts freundliches gewesen sein. Kurz darauf kam der kleine Kobold hinzu, zischte mich an und deutete mir ich solle beiseite treten. Ich folgte seinen Anweisungen und stellte mich in die hinterste Ecke des Zeltes. Mir wurde Heu gebracht, zum betten und trockenes Brot in einer
ekelhaft alten Holzschüssel. Und etwas abgestandenes kaltes Wasser.
Weisst du, liebes Tagebuch, wenn man hungrig und durstig ist, nimmt man wohl alles zu sich, und das tat ich auch dann. Danach ging es mir ein wenig besser. Ich legte mich auf das Heu und schlief bis zum nächsten Morgen. Tritte an mein Bein weckten mich dann. Der Troll stand wieder vor mir und ich weiss es noch wie heute, wieviel Hass ich in seinen Augen sah. Er zog mich aus dem Zelt und schupste mich auf den großen Platz. Dort brannte ein Feuer und ein riesiger Kochtopf brodelte vor sich hin. Er warf mir einen grossen Sack Kartoffeln vor die Füße und ein stumpfes Messer.
Die Tage vergingen und ich musste jeden Tag schufften wie ein Arbeitstier. Ich musste alle dreckigen Sachen erledigen und meine Hände waren bereits voller schwielen. Es mögen vielleicht 3 Monde vergangen sein, als ich wieder mal zum Wasser holen an den reißenden Fluß geschickt wurde. Das Gefäß das ich tragen musste war riesig und bereitete mir bereits ohne Wasser grosse Schwierigkeiten es zu tragen. Ich buckelte das schwere Ding und lief richtung Fluß. Der Schweiß
lief mir über die Stirn. Als ich ankam setzte ich mich kurz an den Rand des Ufers um zu verschnaufen.
All die ganze Ungerechtigkeit brach über mich hinein und ich begann zu schluchzen. Ich musste an meinen Vater denken und hatte grosse Angst, daß er bereits verstorben war. Da saß ich nun und mir war so Elend als plötzlich, ganz unverhofft, ein schimmern mitten im Fluß zu sehen war. Ich rieb meine Augen und blickte genauer hin. Etwas strahlendes weißes stand dort mitten auf dem Wasser. Ich bekam wieder grosse Angst, denn schon allzu oft war mir das Glück nicht treu gewesen und das Etwas dort im Wasser wollte mir bestimmt böses. Ich stand auf und machte ein paar Schritte rückwärts. Doch das Glitzernde Wesen kam unaufhörlich näher. Mitten in diesem Licht formte sich eine kleine Person ab, es sah aus wie ein kleiner Keen. Du musst wissen, liebes Tagebuch, in meinem Land wart vor über 20 Sommern ein Krieg zugange und da wir dem allein nicht stand halten konnten, riefen wir befreundete Völker zu uns. Unter Ihnen, Keens, Elfen und Firbolgs. Und einige von Ihnen sind bis heute bei uns geblieben und haben sich niedergelassen.
Als dieser kleine Keen in meiner Nähe war, begann es ein kleines Lied zu summen und lächelte mich an. Dieses kleine Lied ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben und ich möchte es Dir nicht vorenthalten:

Oh Menschenkind, ängstige dich nicht.
Bleib bei mir und lausch dem Wind.
Er wiegt die Weiden dort geschwind,
erzählt das Lied von einem Kind,
das kommen wird zum Wasser holen,
ihm wurde alles Glück gestohlen.
Ist reines Herzens und trotz des Kummers
immer froh,
drum reiche ich Ihr nun die Hand,
und schenke
Ihr die Laute aus geflochtenem Band.

Als die letzten Worte verhallt waren, schwebte dort wirklich eine Laute auf mich zu, die golden schimmerte. Sie landete auf meinen Händen und das schimmern nahm noch weiter zu. Der kleine Keen lächelte mich wieder an und sprach:" Ciay, Du hast Dich bei all deinem Kummer nie unterkriegen lassen. Selbst als du als Kind deine Beinkraft verlorst, trugst du stets Kraft in Deinem Herzen. Niemals hast Du aufgegeben und warst immer bereit zu helfen, egal wie schwer Dir etwas gefallen ist. Nun sollst Du für all das, was dir widerfahren ist, eine Belohnung erhalten. Ich schenke Dir die Laute aus geflochtenem Band. Es ist keine einfache Laute, sie ist verzaubert. Immer wenn du das Lied was ich eben sang, als Melodie auf diese Laute zauberst wirst du rennen können. Schneller als jedes Pferd zu galopieren vermag und schneller als ein Falke sich auf seine Beute niederstürzen kann". Mit diesen Worten schloß der Keen seine Ansprache und kehrte nie wieder gesehen in sein Element, das Wasser, zurück.



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« Antwort #4 am: 09. Mai 2003, 16:41:20 »
4. Eintrag:

Viele Monde sind jetzt vergangen, seitdem ich aus dem Lager der Feinde flüchten konnte. Erst jetzt bin ich wieder in der Lage dir zu schreiben.
Lass mich erzählen, was seitdem passiert ist:
Ich stand dort also am Fluß, mit der Laute in der Hand und begutachtete das gute Stück erst einmal genauer. Sie strahlte in den Farben des Regenbogens und
etwas magischen ging von ihr aus.
Keine Sekunde länger wollte ich in der Nähe des Lagers bleiben und begann die Melodie des Windes, auf der Laute zu spielen:
Oh Menschenkind, ängstige dich nicht.
Bleib bei mir und lausch dem Wind.
Er wiegt die Weiden dort geschwind,
erzählt das Lied von einem Kind.......
Als eine grosse Macht anfing an mir zu zerren. Nichts mehr war von meinem schlimmen Bein zu spüren und ich lief fast so schnell wie der Wind. Ich wurde über Hügel und Felder getragen, bis ich schon nach kurzer Zeit bei unserer Hütte ankam. Mein Herz begann zu rasen und ich bekam feuchte Hände. Was würde mich im inneren der Hütte erwarten, die damals einmal mein zu Hause war. Ich legte die Laute sanft in das Gras vor unserer Hütte und schritt auf die Tür zu. Mein Bein war wieder das alte und jeder Schritt machte sich durch einen Schmerz bemerkbar. Mit klopfendem Herzen betrat ich den Hauptraum und blickte mich ängstlich nach allen Seiten um. Im Kamin knisterte das Feuer vor sich hin, das Bett meines Vaters war leer. Im Nebenraum hörte ich ein Geräusch und in mir begann alles zu beben. Ich ging weiter und schaute durch die Tür in den Nebenraum. Dort stand mein Bruder, der mich sogleich bemerkte und mir einen bösen Blick zuwarf und mich anschrie: "Wo bist du all die Zeit geblieben? Weil du nicht zur rechten Zeit mit den Kräutern zurück warst, ist unser Vater an sehr hohem Fieber gestorben".
Er ging mit steifem Schritt an mir vorbei und verließ die Hütte, noch bevor ich erklären konnte, was mir widerfahren ist.
Ich humpelte ihm nach, doch zu spät, ich sah ihn nur noch in der Ferne davonreiten. Ich warf mich auf die Kniee und begann unaufhörlich zu weinen. Ich war meinen Kopf in den Nacken, blickte zum Himmel auf, hob die Hände in die höhe und schrie aus leibeskräften: "Vater, Vater", bevor mich das Nichts wieder mit sich nahm.


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« Antwort #5 am: 09. Mai 2003, 16:41:39 »
5. Eintrag:

Mein Bruder kam nie wieder und ich hatte nie die Chance ihm zu erklären.
Jetzt sind wir bei dem Tag, an dem ich dir schreibe. Es gibt nicht mehr viel interessantes aus meiner Vergangenheit zu berichten, außer jenes Geschehen vor ein paar Tagen:
An einem kühlen Sommermorgen machte ich mich mit meiner Laute auf, in die Stadt MagMell, um ein paar besorgungen zu machen. Als ich bei dem dort ansäßigen Intrumentenhändler meine Laute zur reparatur abgab, weil eine Saite gerissen war, stand plötzlich ein stattlicher Mann vor mir. Gross gewachsen und sehr gut gebaut. Als ich da so stand und ihn anstarrte, spürte ich wie mir die Röte in das Gesicht schoss. Der Mann lächelte mich freundlich an, verbeugte sich vor mir und
und stellte sich unter dem Namen "Letus, treuer Diener unseres Königreiches vor". Er lächelte mich an und sagte dann, daß ich für ihn das schönste Wesen sei, was er je gesehen hat und lachte wieder dieses verschmitzte Lachen. Mein Blick fiel auf den Boden und ich spürte wie ich noch röter wurde. Meine Füße schabten dabei ein kleines Loch in die Erde. Er legte seine Hand unter mein Kinn und hob meinen Kopf nach oben, und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Ich lächelte Ihn an und er erwiderte es mit dem schönsten Lächeln was ich je gesehen habe, dann sagte er: "Ich muss nun leider meiner Wege und auch wenn ich Deinen Namen nicht kenne, so weiß ich,das ich, wenn ich wieder hierher zurückkehre, Dich wiederfinden werde". Noch bei seinen letzten Worten schwang er sich auf sein Pferd und ritt davon. Ich schaute Ihm nach und rief: "Ciay, mein Name ist Ciay".
Nach langen Überlegungen meinerseits, gestand ich mir ein, daß es um mich geschehen war. Ich hatte mich verliebt.
Und nun sitze ich hier und schreibe Dir. Ich kann nichts anderes mehr, als an Letus denken und ich bin mir bewusst das ich Ihm mein Herz geschenkt habe, auch wenn unsere Begegnung nur so kurz war, aber ich werde auf Ihn warten.

6. Eintrag:
Vor 3 Nächten war es dann so weit. Ich saß gemütlich am Feuer und träumte so vor mich hin, als es an der Tür klopfte. Ich fragte mich dann, wer das wohl zu so später Zeit noch sein könne. Ich nahm den Dolch vom Tisch und ging langsam richtung Tür, als ich die langersehnte Stimme hörte: "Werte Ciay, ich bin es Letus, lasst mich bitte ein,ich brauche Eure hilfe!" Mein Herz fing vor Aufregung an zu klopfen und ich öffnete schnell die Tür.
Da stand er also endlich wieder vor mir und ich musste mich beherrschen ihm nicht in die Arme zu fallen.
Dichter Schweiß stand ihm auf der Stirn und ich merkte, daß ihm sein lächeln schwer fiel. Er sagte: "Ciay, ich bin bei einer Schlacht in der letzten Nacht am Bauch
verwundet worden. Ich erbitte hiermit um Eure Gnade und um ein Bett für diese Nacht, da die Stadttore schon geschlossen wurden, kann ich leider nicht in mein Lager zurückkehren und wäre dem dunkel der Nacht ausgesetzt. Ich fühle mich nicht in der Lage mich vor wilden Tieren zu schützen."
Ich ließ ihn also ein und machte ihm Vaters Bett zurecht. Dann begann ich ihn zu versorgen und für alles was ich für ihn tat, beschenkte er mich mit seinem wunderschönen lächeln.
Es war schon spät in der Nacht, als ich erschöpft aber überglücklich zugleich in mein Bett fiel und sofort einschlief.
Es dämmerte gerade als ich aus meinem schlaf erwachte. Schnell zog ich mir etwas an und humpelte ins Hauptzimmer, wo Letus noch immer seelig schlief.
Ich deckte den Tisch mit allem was ich zu bieten hatte und warf einen Blick zu Letus. Da lag er, schaute mich an und lächelte wieder. Ohne Worte verließ ich das Zimmer, damit er sich in aller ruhe ankleiden konnte.
Eine kurze Zeit später hörte ich dann, daß er hinaus ging um sich zu waschen. Ich ging also wieder in das Hauptzimmer und setzte mich an den Holztisch.
Letus betrat die Hütte und blieb stehen und betrachtete mich eine kurze Zeit. Dann, als ob er sich gerade zu etwas entschlossen hat, ging er geraden Schrittes auf mich zu, kniete sich vor mich, nahm meine Hand und sagte: "Werte Ciay, schon im ersten Augenblick, als ich euch traf, war es um mich geschehen. Die Zeit stand kurz für mich still, als sich unsere Augen trafen. Ich habe mich hoffnungslos in Euch verliebt und möchte Euch nun, hier und heute, fragen ob Ihr mich ehelichen wollt, denn damit würdet Ihr mich zum glücklichsten Manne machen, der auf dieser Welt lebt."
Ich schloss meine Augen und fiel ihm in die Arme.
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« Antwort #6 am: 09. Mai 2003, 16:42:04 »
7. Eintrag:

Wir hatten dann wunderschöne Tage zusammen, doch dann musste Letus sich wieder in eine Schlacht gegen die Geershas begeben. Ich stand grosse Ängste aus.
Im Sommer hatte er vor mich zu heiraten und ich sollte endlich seinen Namen erhalten: Celembrithil. Ich hatte dabei ein sehr schlechtes Gefühl, denn ohne einen Verwandten heiraten wollte ich nicht. Ich wollte unbedingt den Segen von einem Familienmitglied haben, also machte ich mich auf zur Suche nach meinem Bruder, in der Hoffnung ich könne ihm endlich erklären und er würde mir verzeihen. Letus war es gar nicht recht, daß ich so ohne Schutz durch Wälder ziehen wollte, um meinen Bruder zu suchen. Er konnte meine Meinung aber nicht ändern und so gab er nach. Ich nahm also meinen Beutel voller Brot und frischem Wasser und machte mich auf den Weg.
Lange lief ich mit meiner Laute die Landstrassen entlang, bevor ich jenen Wald erreichte, wo mein Bruder zu jagen pflegte. Ich rastete kurz und lief dann geradewegs zu Waldeingang. Noch niemals in meinem ganzen Leben war ich in so einem grossen Wald gewesen und mir behagte es überhaupt nicht. Ja, ich hatte sogar ein wenig Angst. Es war sehr töricht von mir, keine Waffen mitzunehmen. Nach einigen Wegminuten war der Wald sogar so dicht, das es stockfinster um mich herrum wurde. Nur an einigen Stellen erlaubten die Bäume, das etwas Licht durchfiel.
Plötzlich hörte ich hinter mir ein leises rascheln, aber nichts war zu sehen. Ich hörte nur wie ein Bogen gespannt wurde und fuhr blitzartig herrum. Ich konnte nur eine schemenhafte Umrandung erkennen. Hierbei musste es sich um einen getarnten Krieger handeln. Ich begann zu rennen, wie ein gehetztes Tier als ich auch schon einen Pfeil an mir vorbeirauschen sah. Ich drückte meine Laute dicht an meine Brust und bat sie im Geiste, mir so viel Kraft zu verleihen, daß ich entkommen konnte. Wieder ging ein Schimmern von meiner Laute aus und eine runde goldfarbene Kugel, legte sich um mich herrum und ich konnte rennen wie noch niemals zuvor. Diese kräftige Macht die in mich fuhr war so voller Kraft, das ich das Gefühl hatte, ich würde auseinander gerissen. Ich konnte meinen Weg nicht mehr selbst bestimmen und wurde mitgerissen von dem magischen Kräften. Irgendwann verlor ich jegliches Gefühl für die Zeit und kam erst wieder zur Besinnung als ich auf frisch duftenden Gras lag. Eine Stimme lies mich mit schrecken hochfahren:" Zieht Eure Schuhe von Euren Füssen! Denn die Stätte Darauf Ihr steht ist heilig. Ihr steht hier vor dem Tempel des uns heiligen Gottes Legion." Ein lautes grollen stieg es dem Tempel hervor und eine mächtige und Laute Stimme erklang: " Mein Name ist Legion, denn wir sind viele! Ich komme aus dem Reich des Bösen. Mein Reich ist das Böse.Der Abgrund, die Entwürdigung, das Chaos,Abgefallen von Gott, bin ich der Versucher,der Zerstörer, der Antichrist.
Und schon gleich schwante mir wo ich gelandet sein musste. Beim "Abgrund der Finsternis" oder wie andere lobpreisende Zungen auch sagten: "Darkness Falls!"
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« Antwort #7 am: 09. Mai 2003, 16:42:38 »
8. Eintrag

Da stand ich nun am Abgrund der Hölle. Arme griffen nach mir und zogen mich hinein.
Alles leuchtete hier drinnen in einem lilanem bis über roten Licht und endete in manchen Räumen einfach mit einem dichten schwarz. Von überall vernahm ich schreie und Seelen bäumten sich aus dem Abgrund hervor und wollten nach mir greifen. Mit Schrecken beobachtete ich das ganze Szenario und alsbald wurde mir
bewusst, daß dies wohl die letzten Stunden in meinem Leben wären. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Die Schreie die aus all den ganzen Räumen ertönten ließen mich nicht mehr klar denken. Man verschleppte mich immer weiter und tiefer in den Abgrund und ich wusste das ich hier niemals mehr ohne Hilfe hinausgelangen würde. Wir wurde speiübel. Seitlich von mir konnte ich in einen Raum blicken in dem ein Mensch bei lebendigem Leibe hing. Angstverzehrt war sein Gesicht und immer wieder schrie er:" Me a Culpa". Mir riss es fast das Herz hinaus und Tränen flossen über mein Gesicht. Ich konnte nicht mehr anders.
Hier floß all das Übel zusammen und das gute sollte zerstört werden. Hier wurde jeglicher Wille gebrochen.
So wurde ich über lange zeigt immer weiter gezogen bis wir zu einem Raum kamen der aus riesigen und niemals endenden Säulen bestand. Weit hinten in der Ferne
sah ich einen Altar vor dem eine Person kniete. Ich wurde dichter zu dem Altar gezogen und bald erkannte ich das es sich bei der Person um eine Frau handelte,
deren Haare lang und strähnig von ihr herabfielen. Die Frau saß gebeugt da und rief:
Ich schenk dir mein Leben
Kannst du mir die Ewigkeit geben
Ich kniee vor deinem Altar,
weiß nich wer ich bin,wer ich war,
Hasse diese Welt,
die nur Fragen stellt,
mich nicht liebt,
nicht akzeptiert,
so wie ich bin,
sich für mich geniert,
es nicht interessiert,
was mit mir passiert,
schneiden mir die Adern auf,
hängen mich,und schlagen drauf,
Schmerz und Kummer mich verzehrt,
bis der Zug des Lebens mich überfährt,
diese Welt ist so leer,
ich will und kann nicht mehr.

Ich stutze. Diese Stimme erweckte alte Bilder in mir. Bilder von der grossen Wiese mit den abertausenden Blumen. Ich konnte sie sogar plötzlich riechen.
Vor mir erschien das Bild meiner lachenden Mutter.
Nein! Das konnte nicht sein. Dort vorn, dort vor dem Altar, kniete meine Mutter.
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« Antwort #8 am: 09. Mai 2003, 16:43:11 »
9. Eintrag

Ich konnte es nicht glauben. Unsere Mutter lebte und war zum greifen nahe. Ich versuchte mich von den klammernden Händen loszureissen und meiner Mutter
in die Arme zu fallen. Doch man ließ mich nicht. Meine Verzweiflung wurde immer grösser und ich schrie aus Leibeskräften: "Mutter! Ich bin es Deine Tochter!
Ich bin es Ciay! Wirf dein Leben nicht diesem Abschaum zum Fraße vor!"
Sie wandte ihren Kopf um und blickte mich an. Ihr Blick war verwirrt und ihr Gesicht war vor Schreck angstverzehrt. Sie sah aus wie von Hunden gehetzt.
Jetzt änderte sich ihr Blick und ein kleines lächeln umgab ihr trotz allem wunderschönes Gesicht:" Ciay? Ja ich hatte einmal eine Tochter die so hieß! Doch wurde sie von Geershas verschleppt und ich begab mich auf die Suche nach ihr. Ohne sie wollte ich nicht nach Haus zurückkehren. Ich suchte lange Zeit nach ihr, bis ich hier landete und hier verweile ich nun schon viele Jahre in täglicher Angst um meine Familie. Ich kann einfach nicht mehr und mein Leben soll ein Ende nehmen.
Ich möchte endlich von diesem endlosen Schmerz in meiner Brust befreit werden. Du dürftest zwar dem Alter von Ciay entsprechen, doch glaube ich das man mir Trugbilder auftischt damit ich ein für alle mal bereit bin mich Legion hinzugeben. Damit er mich in sich aufnehmen kann, wie ein hungriges Tier.
Ich schaut Ihr tief in die Augen. Meine Mutter, die damals so voller Mut und Stolz war, hatte alles was Ihr Leben so wertvoll machte verloren. Dann sprach ich zu
Ihr: "Mutter! Glaube mir bitte. Erinnerest Du Dich an dem Tag wo wir Blumen pflückten und zu Kränzen flochten und über die Wiesen tobten? Du warst damals
so wie heute mein grosses Vorbild. Nichts konnte Dich aus der Ruhe bringen. Du warst der Fels in der Brandung! Allem hieltest du Stand.
Ich bin damals nicht entführt worden. Ich war besinnungslos und als ich aufwachte warst Du nicht mehr da. Ich bin allein nach Hause gegangen und als Du nicht eintrafst glaubten wir es wäre im Dich geschehen."
Meine Mutter starrte kurze Zeit auf den Boden, dann richtete sie ihren Blick auf mich und sagte: " Wie kann es sein das ich Dich nicht auf dem Boden liegen sah?
Wurde mir ein Trugbild aufgetischt damit ich mich Legion beuge und einer falschen Pfärte folge? Meine Ciay, es tut mir alles so leid. Legion wird mich nicht bekommen. Nicht jetzt und nicht in aller Ewigkeit."
Sie stürzte auf mich zu und fiel mir um den Hals und küsste meine Wange. Ich flüsterte ihr zu: "Mutter, nimm meine Hand und halte Dich gut fest!"
Ich spielte das Lied auf meiner Laute und eine Starke Boe umschloß uns.
Wie wir schließlich hinaus gelangten war mir ein Rätsel. Erst als ich die Sonne hoch am Himmel sah, wurde mir klar das wir es geschafft hatten.
Meine Mutter und ich waren in Freiheit. Aus der Ferne hörte ich noch ein höllisches Brüllen und dann wurde es still.
Ohne eine Pause einzulegen lief ich mit meiner Mutter nach Hause. Unterwegs erzählte ich Ihr das Vater schon vor geraumer Zeit gestorben war und mein Bruder
mich verstoßen hatte. Immer wieder schüttelte sie den Kopf und sagte: " Ich hätte damals nach Hause kommen sollen. Ich trage die Schuld für all das Leid was Euch widerfahren ist, Ciay."
Ich schaute sie nur an, lächelte und sagte leise: "Mutter, ab jetzt wird alles wieder gut, denn nicht ich bin Richter über Schuld und Unschuld. Das was uns passierte ist schlimm, aber jetzt haben wir uns wieder und nichts soll uns nunmehr trennen können.
Zu Hause angekommen fielen wir beide müde ins Bett und es war nicht einmal mehr die Zeit für Gute Nacht Worte. Wir schliefen Hand in Hand ein und hatten einen erholsamen,Traumlosen Schlaf bis zum nächsten Morgen.




(Fortsetzung folgt)....
[ALIGN=center]Ciay LonelySilence     - Meister-Liedflechterin
Shanyla Mondenkind  - Schattenmeisterin
Lisame HappyNut - Druidin der 38. Stufe
Shaylin Celembrethil - Enchantress der 42. Stufe
Naleen Elvellyn - Schwertmeisterin der 41. Stufe [/ALIGN]




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Shanyla

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Tagebuch der Ciay
« Antwort #9 am: 13. Mai 2003, 15:18:40 »
10. Eintrag

Am Morgen erwachte ich durch das klappern von Geschirr und als ich meine Augen öffnete, sah ich, das meine Mutter bereits ein Feuer entzündet hatte und das Frühstück vorbereitete. Ein lächeln umzog Ihre Lippen und man sah ihr an, daß sie trotz des Verlustes meines Vaters, glücklich war.
Meine Mutter blickte zu mir und als sie sah das ich bereits wach war, kam sie auf mich zu und küsste meine Stirn und streichelte mein Haar.
Ich war so glücklich in diesem moment und ich hatte das Gefühl das es nun endlich bergauf für mich gehen würde.
Als wir dann am gedeckten Tisch saßen erzählte ich meiner Mutter von Letus. Sie freute sich wahnsinnig für mich und versprach mir, die Hochzeit mit
auszurichten. Was würde Letus nur für Augen machen wenn er erfahren würde das meine Mutter wieder daheim war.
Ich musste nicht lange auf diesen Moment warten, denn schon am Abend hörte ich ein Pferd nahen und mein Geliebter trat durch die Tür.
Ich lief auf ihn zu und er wirbelte mich durch die Luft und gab mir einen dicken Kuss auf die Stirn.
Meine Mutter kam aus der Hütte, wischte sich ihre Hände an der Küchenschürze ab, und reichte Letus die Hand. Letus der meine Mutter schon lange vor dem
kennenlernen in sein Herz geschlossen hatte, nahm sie fest in den Arm und küsste ihre beiden Wangen.
Wir machten es uns gemütlich am Kaminfeuer und Letus erzählte uns von seiner letzten Reise. Er erzählte uns das sie bei der Suche nach den Geershas auf Albionische Eindringlinge getroffen waren. Er erzählte uns von der grossen Schlacht die an dem Wall zum Eingang unseres Landes stattgefunden hat und wie
gross die Überzahl der Eindringlinge gewesen war. Nach erfolgreichem Rückzug sei er sofort zu uns zurückgekehrt, um ein paar Tage zu verweilen und sich dann
aufmachen musste in die grosse Schlacht zu ziehen. Mich machte das ganze natürlich traurig, denn ich wollte Letus endlich ganz für mich und ihn endlich heiraten.

Spät in der Nacht legten wir uns schlafen. Meine Mutter legte sich in Vaters Bett und Letus legte sich zu mir ins Zimmer, in das Bett meines Bruders.
Ich weiss was ich jetzt erzähle ist sehr unmoralisch und verwerflich, aber Letus und ich hatten in dieser Nacht so sehr das Bedürfnis uns nahe zu sein, daß das
unverhoffte passierte. Wir schliefen miteinander und ich schäme mich richtig dieses hier niederzuschreiben und ich möchte auch nicht weiter darauf eingehen.

Die Tage vergingen und Letus musste sich auf machen. Er bat meine Mutter gut auf mich aufzupassen und ritt davon ohne sich von mir zu verabschieden.
Seine Angst mir vielleicht eventuell auf immer "lebe wohl" zu sagen, war zu gross.
Meine Mutter und ich machten uns schöne Wochen und richteten das Haus wieder richtig schön her.
Etwa 1,5 Monde nachdem Letus gegangen war, verspürte ich leichte Übelkeit und konnte nichts mehr zu mir nehmen.
Meine Mutter blickte mir tief in die Augen, ihr lächeln verflog und dann sagte sie zu mir: "Kind, du erwartest einen Nachkömmling!"
Mir wurde abwechselnd heiß und kalt, dann lief ich nach draußen um mich zu übergeben.
Viele, viele Tage später klopfte es an unsere Tür und ein Gesandter der Armee in der Letus war stand vor der Tür um mir mitzuteilen, das Letus verschollen sei.
Die Armee schloß aus das er tod sein könne, denn er sei über Nacht aus dem Schlafzelt verschwunden und bis dato nicht wieder zurückgekehrt. Der Mann versprach mir das bereits nachgeforscht wurde, wo er geblieben sei und sagte mir das er bei neuen Erkenntnissen sofort zu mir zurückkehren würde, doch das
passierte nicht.
Kurze Zeit später hatte ich dann die Niederkunft und unsere Tochter wurde geboren. Ich nannte sie Shanyla, Tochter der Nacht, denn in der Nacht als ich sie gebar, stand der Mond voll und hoch am Himmel und die Sterne leuchteten so klar wie noch nie zuvor, genau wie Ihre Augen. Und ich wusste sofort sie war mein Ein und Alles.
[ALIGN=center]Ciay LonelySilence     - Meister-Liedflechterin
Shanyla Mondenkind  - Schattenmeisterin
Lisame HappyNut - Druidin der 38. Stufe
Shaylin Celembrethil - Enchantress der 42. Stufe
Naleen Elvellyn - Schwertmeisterin der 41. Stufe [/ALIGN]




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